„Die NGG verhindert mit ihrer Haltung Lohnsteigerungen von mehr als 10 Prozent in den kommenden zwei Jahren für rund 100.000 Beschäftigte im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe“, stellt Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz, klar. „Gleichzeitig vertritt die NGG in unserem Bundesland weniger als 5.000 Mitglieder in der Branche. Dieses Missverhältnis wirft grundlegende Fragen zur Verantwortung und Realitätssicht der Gewerkschaft auf.“
Ab dem 01.01.2026 wären durch einen verantwortungsvollen Tarifabschluss deutliche Lohnzuwächse möglich. Stattdessen blockiere die NGG mit aus Sicht des DEHOGA maßlosen und realitätsfernen Forderungen eine tragfähige Lösung.
„Unsere Branche befindet sich im sechsten Verlustjahr in Folge. Allein in den Jahren 2024 und 2025 verlieren wir in Rheinland-Pfalz jeweils rund 500 Betriebe durch Insolvenzen und Geschäftsaufgaben. Innerhalb von zwei Jahren sind damit 10 Prozent der Betriebe vom Markt verschwunden“, so Haumann weiter. „Diese dramatische Entwicklung kann niemand ernsthaft ignorieren.“
Der DEHOGA Rheinland-Pfalz betont ausdrücklich, dass er zu fairen, verantwortungsvollen und nachhaltigen Lohnsteigerungen steht. Voraussetzung dafür sei jedoch eine Tarifpolitik, die die wirtschaftliche Realität der Betriebe anerkennt und Arbeitsplätze nicht gefährdet.
Kritisch äußert sich Haumann auch zur Haltung der NGG im Zusammenhang mit der reduzierten Mehrwertsteuer: „Wie unredlich ist es eigentlich, monatelang einen Dauer-Shitstorm gegen die Einführung einer dauerhaften reduzierten Mehrwertsteuer zu entfachen, um anschließend davon überproportional profitieren zu wollen? Sozialpartnerschaft sieht anders aus.“
Abschließend stellt Haumann fest: „Welche Nachweise benötigen hauptamtliche Gewerkschafts-funktionäre eigentlich noch, um zu erkennen, wie ernst die Lage unserer Branche ist? Der DEHOGA Rheinland-Pfalz bleibt jederzeit gesprächsbereit gemeinsam Lösungen zu entwickeln , die sowohl den Beschäftigten als auch den Betrieben eine Zukunftsperspektive bieten – aber nur auf Basis von Vernunft, Verantwortung und echter Sozialpartnerschaft.“
Der DEHOGA Rheinland-Pfalz appelliert an die NGG, umgehend noch vor Weihnachten an den Verhandlungstisch zurückzukehren und nicht erst im Februar 2026, um den Beschäftigten ab Januar eine Gehaltssteigerung zu gewähren und nicht erst ab März nächsten Jahres.